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4.1 Schwarzweißfilme

4.1.5 Die Schwärzungskurve

Im Jahre 1890 wurde die Schwärzungskurve durch den Schweizer Ferdinand Hurter (1844-1898) und den Engländer Vero Charles Driffield (1848-1915) populär. Sie beschreibt die Stärke der Schwärzung auf der Filmschicht, die durch unterschiedliche Lichtmengen während der Belichtung verursacht wird. Jeder Punkt auf der Schwärzungskurve bedeutet: Lichtmenge x verursacht auf dem Film Lichtundurchlässigkeit (Schwärze) y. Die Filmhersteller liefern auf Wunsch zu ihren Filmen Datenblätter mit Schwärzungskurven aus, die der Fotograf zum Bestimmen der richtigen Belichtung gut gebrauchen kann.

Aus der Schwärzungskurve lässt sich ablesen, wie Helligkeitsunterschiede im Motiv als Helligkeitsunterschiede auf dem Film wiedergegeben werden. Für eine "naturgetreue" Wiedergabe sollte eine doppelt so helle Motivstelle im späteren Bild auch doppelt so hell erscheinen, eine dreifach hellere dreimal so hell und so weiter.

Abbildung 4.4 zeigt die Schwärzungskurve eines Schwarzweißnegativfilms. Waagrecht ist die Lichtmenge, die den Film belichtet, abzulesen. Je weiter man nach rechts geht, desto heller ist das Licht. Senkrecht kann man die Stärke der Schwärzung ablesen, die durch eine bestimmte Lichtmenge verursacht wurde. Je weiter oben abgelesen wird, desto stärker ist die Schwärzung und um so dunkler das Negativ. Zum Ablesen geht man von einer Lichtmengenstelle auf der waagrechten Achse senkrecht nach oben, bis man auf die Kurve trifft. Auf der senkrechten Achse kann man für diesen Punkt entnehmen, welche Schwärzung die Lichtmenge verursacht hat.

Die Maßeinheiten der Lichtmenge sind Luxsekunden (Beleuchtungsstärke in Lux mal Belichtungszeit in Sekunden) als sogenannte Logarithmen mit der Basis 10, die Hochzahlen von 10. Potenziert man 10 mit diesen Zahlen, erhält man die direkten Werte. Die Zahl 1 bedeutet 10, 10 hoch 1 ist 10. Die Zahl 2 steht für 100 (102=100) und die Zahl 3 für 1000 (103=1000) und so weiter. Man kann 10 mit nicht ganzzahligen Werten potenzieren, zum Beispiel mit 0,1, 0,3 oder 1,5 und mit negativen Zahlen, zum Beispiel -1 oder -2,5 (So ist das Ergebnis kleiner als 1 und größer als 0). Mit einem Taschenrechner lassen sich die Ergebnisse ausrechnen.

Von einer Zahl zur nächsten, die um 1 größer ist, verzehnfacht sich die den Film belichtende Lichtmenge. Ein Schritt um 0,3 nach rechts bedeutet eine Verdoppelung der Lichtmenge, 100,3 = 2.

Die Zahlen auf der senkrechten Achse beschreiben die Stärke der Schwärzung in Dichtewerten. Die Dichte ist ein Maß für die Lichtundurchlässigkeit des Films und größer, wenn weniger Licht hindurch geht. Zu ihrer Bestimmung schickt man Licht durch das Negativ und misst die Lichtmenge, bevor das Licht durch das Negativ geht, und die Lichtmenge, die das Negativ passiert hat. Das Verhältnis der eingestrahlten Lichtmenge zur durchgelassenen Lichtmenge wird als Opazität bezeichnet. Lässt eine Negativstelle 1/100 des Lichts hindurch, ist die eingestrahlte Menge 100 mal so groß wie die durchgelassene Lichtmenge und die Opazität 100.

Die Dichte ist der Zehner-Logarithmus der Opazität. Der Dichtewert 2 besagt, der Film lässt 1/100 der Lichtmenge hindurch, die Opazität ist 100 und der Zehnerlogarithmus von 100 ist 2 (102=100). Die Zahl 3 beschreibt ein ziemlich dunkles Negativstück: Vom eingestrahlten Licht wird nur der tausendste Teil hindurchgelassen (103=1000).

Betrachten wir Abbildung 4.4. Die Kurve beginnt links etwas oberhalb der Dichte Null. Dieser Bereich ist mit der Ziffer 1 gekennzeichnet und wird (Grund-) Schleier genannt. Er entsteht durch den Entwickler. Bei unbelichteten Bildstellen erzeugt der Entwickler geringe Mengen Silber, so dass der Film dort nicht das gesamte Licht durchlässt, sondern etwas weniger. Im Schleier verläuft die Kurve parallel zur Lichtmengenachse.

Abbildung 4.4: Schwärzungskurve eines Schwarzweißnegativfilms. Die Zahlen auf der waagrechten Achse sind die Lichtmengen in Luxsekunden. Auf der senkrechten Achse ist