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Weitere Kamerafunktionen

Hochaufgelöste Aufnahme (High Res Shot)

Eine hochaufgelöste Aufnahme enthält mehr Megapixel als der Sensor. Hat der Sensor beispielsweise 20 Megapixel, kann die hochaufgelöste Aufnahme 80 Megapixel enthalten.

Dazu verschiebt die Kamera den Sensor in kleinen Schritten und fotografiert bei dessen unterschiedlichen Positionen je ein Bild. Die so entstandenen Bilder fügt die Kamera zu einer einzigen Aufnahme zusammen, die eine höhere Auflösung hat. Die genaue technische Realisierung ist hier nicht beschrieben, sondern die praktischen Aspekte.



Abbildung: Vergleich zwischen normaler und hochaufgelöster Aufnahme. Das erste Foto ist ein Übersichtsbild, in dem der Ausschnitt blau markiert ist, der im Folgenden zu sehen ist: Das zweite Bild aus hochaufgelösten Aufnahme mit 80 Megapixel bei 100% (1 Bildschirmpixel ist ein Bildpixel), das dritte Bild aus einer normalen Aufnahme mit 20 Megapixel. Diese wurde auf die gleiche Größe skaliert, damit die Auflösungs-Unterschiede besser zu erkennen sind. Beide Bilder wurden mit dem gleichen Objektiv bei gleicher Blende fotografiert. Die Kamera war auf einem Stativ befestigt. Die hochaufgelöste Aufnahme zeigt kein Moiré im Gegensatz zur normal aufgelösten. Das Haus war geschätzt 100 Meter entfernt und es wurde ein 75 mm-Objektiv benutzt (Bildwinkel wie ≈ 150 mm Kleinbildbrennweite).

Praktische Konsequenzen

Im Beispielsfoto oben ist zu erkennen, dass das hochaufgelöste Foto die Strukturen des Vorhangs besser zeigt. Die höhere Auflösung hat eine größere Datei zur Folge. Bei den Bildern oben resultiert die vierfache Auflösung in einer mehr als dreimal so großen RAW-Datei.

Da Zeit vergeht zwischen den einzelnen Bildern, die zu der hochaufgelösten Aufnahme kombiniert werden, eignet sich diese Kamerafunktion nur für Motive, die sich nicht bewegen. Das gilt für alles, was auf dem Bild zu sehen ist – nichts darauf sollte sich während der längeren Aufnahmedauer bewegen. Im Foto oben wehte ein kräftiger Wind, der die Pflanzen im Vordergrund hin und her bewegte. Diese erscheinen auf nicht gewohnte Weise verwaschen. Somit sind die Haupteinsatzgebiete dieses Kameramodus' insbesondere:

Bestimmte Kameras können hochaufgelöste Aufnahmen aus freier Hand erzeugen. In diesem Fall ist die Auflösung gegenüber Stativaufnahmen verringert, damit die Kamera Verschiebungen und Verwacklungen durch Handbewegungen korrigieren kann. Die Olympus OM-D E-M1 Mark III beispielsweise erzeugt vom Stativ hochaufgelöste Aufnahmen mit 80 Megapixel statt 20 Megapixel. Bei Freihandaufnahmen ist die Auflösung nur noch 50 Megapixel. Für maximale Qualität ist das Stativ empfehlenswert.

Elmar Baumann, 18.08.2021.